MRSA in Lebensmitteln?

MRSA steht für Methicillin-resistente Staphylococcus aureus. Das sind gegen bestimmte Antibiotika resistente Keime. Beim gesunden Menschen können sie als Besiedler z.B. in der Nase vorkommen. Nach Verletzungen haben die Träger von MRSA ein größeres Risiko, an einer MRSA-Infektion zu erkranken. MRSA können schwerwiegende Haut- und Wundinfektionen oder Atemwegserkrankungen verursachen. Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder Ältere sind hiervon besonders betroffen. Aufgrund der Antibiotikaresistenz lassen sich MRSA-Infektionen zudem nur schwer behandeln. Unmittelbarer Kontakt mit MRSA-besiedelten Personen oder gemeinsam benutzte Gegenstände wie Handtücher fördern die Ansteckung und tragen zur Verbreitung der Keime bei. In den letzten Jahren wurden MRSA vermehrt auch bei Tieren nachgewiesen. Betroffen davon sind neben Haustieren wie Hunde und Katzen auch Nutztiere, vor allem Schweine und Kälber. Während eine MRSA-Infektion bei Haustieren meist mit einer Erkrankung verbunden ist, sind Nutztiere fast ausnahmslos symptomlose Keimträger. Besiedlungen bei Haus- und Nutztieren unterscheiden sich in der Regel auch durch den nachgewiesenen MRSA-Typ. BeiHaustieren dominieren Typen, die auch bei Menschen vorkommen. Im Gegensatz dazu kommen bei Nutztieren vor allem MRSA eines bestimmten Typs vor, der beim Menschen bisher eher selten mit Erkrankungen verbunden war. Der Kontakt mit den lebenden Nutztieren kann demnach für den Menschen durchaus ein Risiko bergen, sich mit MRSA zu infizieren. Der Mensch könnte aber auch durch Lebensmittel mit MRSA in Kontakt kommen. Ergebnisse einer niederländischen Untersuchung zeigten, dass die Keime in geringen Mengen auch in rohem Fleisch vorkamen, welches für die Abgabe an den Verbraucher bestimmt war. Nicht nur aus Schweine- und Kalbfleisch konnten MRSA isoliert werden, sondern auch aus Fleisch von Hähnchen, Puten und Rindern. Veranlasst durch die Veröffentlichung einer vorläufigen Risikobewertung der Niederländischen Behörde für die Sicherheit von Lebensmitteln und verbrauchernahen Produkten (VWA) hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) diese geprüft und zu der Frage Stellung genommen, ob Fleisch, das MRSA aufweist, zur Verbreitung der Keime beiträgt und das Infektionsrisiko für den Menschen erhöht. Das BfR kommt zu dem Ergebnis, dass der Verzehr von erhitztem Fleisch kein Infektionsrisiko birgt. Für die Übertragung und Verbreitung der MRSA mit rohem Fleisch sind drei Wege möglich: Über Kontakt mit kontaminiertem Fleisch, durch den Verzehr dieses Fleisches und über eine Kontamination anderer Lebensmittel durch MRSA-haltiges Fleisch. Letzteres kann beispielsweise dann passieren, wenn Fleisch und roh verzehrte Lebensmittel wie Salat oder ähnliches nacheinander verarbeitet werden, ohne dass Hände, Schneidebrett und Messer zwischendurch gereinigt werden. Beim Umgang mit Fleisch sollten deshalb übliche Hygienemaßnahmen strikt eingehalten werden. Dazu gehört, nach der Zubereitung von rohem Fleisch gründlich Hände und Arbeitsmaterial mit warmen Wasser und Seife bzw. Spülmittel zu reinigen. Diese einfachen Regeln schützen auch vor anderen, mit Lebensmitteln assoziierten Infektionserregern. Für eine abschließende Beurteilung des MRSA-Infektionsrisikos durch Lebensmittel reichen die vorliegenden Daten nicht aus. Das BfR hat deshalb konkrete Vorschläge unterbreitet, wie Untersuchungen auf MRSA in einen bundesweiten Monitoringplan integriert werden könnten. http://www.bfr.bund.de/cm/343/mrsa_in_lebensmitteln.pdf